Freitag, 29. Juli 2016

GUT GELANDET

Hallo Ihr Lieben, 
den letzen Tag haben wir heute mit ausschlafen und gemütlich frühstücken verbracht. Des Weiteren lassen wir euch an unserer Hotelaussicht teilhaben. Das Wetter war hier die ganze Woche etwas schwül, dafür hat uns der Regen tagsüber vollständig verschont. Es gab nur einmal nachts ein heftiges Gewitter mit den lautesten Donnern, die ich je im Leben gehört habe. Es war sehr gespenstisch wie die Blitze am Himmel zuckten.
Nach dem Frühstück sind wir noch in Stadt gefahren. Eine Metrofahrt kostet 50 Cent für die einfache Fahrt und man kann so lange fahren und umsteigen bis man wieder den Ausgang wählt. Alle Geschäfte sind überwiegend in alten, restaurierten Häusern untergebracht, z.B. das „Zara“, das wirklich keine Edelmarke ist, in dem Altbau aber königlich wirkt. Bei den Etagenangaben konnten wir noch einmal unsere Kyrillisch-Kenntnisse testen;-) Gekauft haben wir hier nichts, uns lediglich noch mit ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt eingedeckt. Dabei bemängelte Sonja als Gastronomin, dass hier gefrorene Fische sowie TK-Gemüse und Obst offen geschöpft werden können. Hygiene ist echt was anders.
Dann hieß es schon wieder duschen, packen und auf zum Flughafen. Solltet ihr jemals nach Russland reisen, dann plant genügend Zeit am Flughafen ein. Es dauert zwar nicht so lange wie bei den Amis, aber dennoch seine Zeit. Wir mussten drei Checks passieren und bei jedem gab es eine lange Schlange. Die Russen haben zwar in der Regel viel zu viel Personal, aber das arbeitet in Zeitlupe. Die Flüge verliefen ruhig und bis auch eine halbstündige Verspätung der Germanwings auch reibungslos. Pünktlich beim Abflug in Petersburg fing es zu regnen an - so wie wir es beim Universum bestellt hatten. Wir bedanken uns für die wunderbare Zeit und erzählen euch den Rest live. 
Bis bald,
Maggie und Sonja










Donnerstag, 28. Juli 2016

GENUSS ZUM SCHLUSS

Hallo Ihr Lieben,
heute waren wir im Sommerpalast vom Paul I, der mit einer Schwäbin verheiratet war und mit ihr zehn Kinder zeugte. Von allen Anlagen war das die schönste, da hier nicht alles so erdrückend und vollgestopft ist. Nach den obligatorischen Schuhsäckchen staunten wir über filigrane Kunstgegenstände und geschmackvoll eingerichtete Räume. Auch die kleine Maria Magdalena-Kirche war perfekt ins Schloss integriert. Am meisten haben es mir aber die vergoldeten Obstschalen sowie die Bernstein- und Elfenbeinschnitzereien von Pauls Gattin angetan. Die Schwäbin musste sich nämlich nach dem zehnten Kind ein neues Hobby suchen, nachdem ihr der Arzt weiteren Zuwachs verboten hatte;-)
Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gartenanlage und einem Mittagsimbiss war das offizielle Programm beendet und wir sind am Hotel abgesetzt worden. Da die Woche anstrengend war, gönnten Sonja und ich uns erst einmal ein Nickerchen, bevor wir dann Pieter (so nennen die Einheimischen ihre Stadt) auf eigene Faust erkundeten.
Mit der Metro (das machen wir inzwischen mit Links) sind wir ins Stadtzentrum gefahren und nahmen einen Aperitif auf der Dachterrasse des Kempinskihotels ein, wo wir auch ein nettes deutsches Pärchen kennenlernten. Fragt jetzt bitte nicht, wie, aber irgendwie haben wir es geschafft, einen Botenfahrstuhl in die Küche zu nehmen und landeten zwischen Gefriertruhen und staunenden Köchen, die uns aber schmunzelnd den Weg zur Terrasse zeigten. Das Hotel liegt direkt gegenüber der Eremitage und wir hatten den schönsten Blick über die Stadt. Zum Abendessen habe ich nach Sonja - nachträglich zu ihrem Geburtstag - ins "Mansarda" eigeladen, eine Art Open-Air-Gewächshaus auf einer Dachterrasse im Gazprom-Gebäude gelegen. Beim Weg dahin mussten wir uns von Elisabeth helfen lassen, die ich angesprochen hatte und die zufällig in derselben Straße wohnte. Sie war sehr hilfsbereit und sprach gut Englisch.
Unser Abendessen war hervorragend (Lachstatar mit Avocado, Wolfsbarsch mit Koriander und Steak im Rote Beete Jus), die Atmosphäre südländisch, die Bedienung Nastja sehr professionell. Was uns aber generell in Restaurants auffiel, ist, dass abends die meisten Kellnerinnen kurze Kleidchen und Highheels tragen. Schlag 20 Uhr ziehen sie sich um. Sonja, die selbst in der Gastro arbeitet, zerbrach sich daher den Kopf über Arbeitskleidung und Arbeitsschutz;-) Der Abend war kurzweilig. Endlich haben wir auch außer Chinesen ein paar Russen (u.a. Olga und Juri) kennengelernt. Auf dem Heimweg haben wir noch das zauberhaft beleuchtete Petersburg genossen, das mich sehr an die Abendstimmung in Rom erinnerte. Morgen geht es schon wieder nach Hause,
Gutenacht von uns 2




















Mittwoch, 27. Juli 2016

DIE IMPRESSIONISTEN NACH DEN DEPRESSIONSTEN

Hallo Ihr Lieben
heute hatte das Universum ganz viele Geschenke für uns parat. Da das russische Museum wegen technischer Wartung heute geschlossen hatte, mussten wir unser Programm abändern und haben die Impressionisten in der Eremitage besucht. Schon die Eingangshalle war imposant und v.a. kein Chinese weit und breit! Ich hatte eine Dauergänsehaut und war überwältigt von den Meisterwerken des 19/20 Jahrhunderts, Matisse Tanz' hatte ich mir viel kleiner vorgestellt - der war eine Wucht! Zudem hatten sie über 40 Picassos, die ich noch nie in Original gesehen habe. Also nach unserer "Depressionisten"-Erfahrung gestern waren die Impressionisten heute ein Ausgleich! 
Nach dem Mittagessen in einem urigen Lokal fuhren wir dann zum Fabergé-Museum weiter, wo wir die Ostereier aus der Königlichen Sammlung zu sehen bekamen. Es waren im Prinzip kleine und mittelgroße Überraschungseier, die teilweise Liebesbeweise wie Krönungskutschen, Familienporträts enthielten. Bestimmt hat ein bekannter Süßigkeitenhersteller diese Idee für sich interpretiert und viel Geld damit verdient. Es gab auch jede Menge Geschirr und Alltagsgegenstände. Auch das war eine Bereicherung für uns.
Danach sind Sonja und ich auf eigene Faust los in der Nähe des Newski Prospekts. Hier haben wir einen Feinkostladen besucht, der seinesgleichen auf der Welt sucht: Jelissejew in einem ehrwürdigen Jugendstilgebäude untergebracht. In dieser Oase kommen die Genießer auf ihre Kosten und auch Schuhliebhaber wie ihr an einer Marzipanköstlichkeit erkennen könnt;-)
Da uns die Füße weh taten, suchten wir noch Zuflucht im Grand Hotel Europe, um dort auf einer Dachterrasse einen Aperitif zu uns zu nehmen. Gab es aber nicht, dafür Natalia eine sehr freundliche Hotelmanagerin, die uns in einer entsprechenden Location - dem "Terrassa"  - einen Platz auf der Dachterrasse reservierte und auch gleich für morgen in einem andere Gourmettempel. Das war wirklich super nett von ihr, zumal wir dort nicht abgestiegen sind. Vielleicht beim nächsten Mal!
Jetzt fallen wir müde ins Bett und wünschen euch einen schönen Abend,
Maggie und Sonja















Dienstag, 26. Juli 2016

BESINNUNG UND BESINNUNGSLOSIGKEIT

Hallo Ihr Lieben,
heute fing unser Tag auf dem Künstlerfriedhof an - lauter Größen von Dostojewski über Tschaikowsky ruhen hier, wobei sie bestimmt nicht ihre ewige Ruhe gefunden haben, denn nebenan auf den Hauptverkehrsadern von St.Petersburg, dreht sich die Welt weiter. Sie würden auch in unserem Jahrhundert mit der digitalen Geschwindigkeit und der Informations- und Bilderflut nicht überleben, denn solide Kunst braucht Muse und Zeit. Auf dem Friedhof führen orthodoxe  Mönche kleine Gästegruppen durch die Zeitgeschichte. Danach haben wir uns das Alexander-Newsky-Kloster angeschaut, das ein Männerkloster mit Sonderrechten ist und eine fundierte theologische Erziehung genießt. Übrigens dürfen die orthodoxen Priester heiraten und Familien gründen, orthodoxe Mönche aber nicht. Wir hatten die Gelegenheit an einem Gottesdienst teilzunehmen, allerdings durften wir keine Fotos machen. Während der Liturgie habe ich Gänsehaut bekommen und die schönen Gesichter der Frauen in Kopftüchern studiert. Ausländische weibliche Gäste brauchen kein Kopftuch, müssen aber Schultern und Beine bedecken. Nach einem Besuch in der Schneiderei und einer kurzen Rast in einer Pilgergaststätte sind wir zur Eremitage aufgebrochen - endlich würde ich meinen Jugendtraum verwirklichen! Bis auf dieses Museum habe ich nämlich alle Kunstmetropolen besucht und so war ich schon seit heute morgen sehr aufgeregt, v.a. die Werke und Rubens und Rembrandt zu sehen. Die Impressionisten wollen Sonja und ich noch an einem anderen Tag besuchen.
Schon beim Einchecken in die Eremitage war uns klar: Wir sind nicht allein. V.a. ergossen sich Lawinen von Chinesen in den Räumen, die ja neuerdings kein Visum für Russland brauchen. Wir haben die kleine Eremitage besucht, wo Katharina II ihre VIPs begrüßte, vom Eremitendasein keine Spur - es war vielmehr eine Vielvölkerwanderung. Ludmilla empfiehl und "gegen die Chinesen, ein bisschen zu kämpfen". Sonja ergatterte sich auf diese Weise einen Platz vor Leonardo da Vincis "Madonna mit der Nelke", ich fing aus lauter Verzweiflung an, die Touris zu fotografieren. Bei der Dame im Rollstuhl war ich zudem nicht sicher, ob sie noch lebt, da es in dem Museum auch wahnsinnig heiß war. 
Einige blaue Flecke und Blessuren später spuckte uns die Eremitage wieder aus. Völlig dehydriert genossen wir bei leichtem Wind etwas Wasser und waren dankbar. dass wir die Eremitage überlebt haben - danke Universum;-) 
Liebe Grüße
Maggie und Sonja