heute waren wir im Sommerpalast vom Paul I, der mit einer Schwäbin verheiratet war und mit ihr zehn Kinder zeugte. Von allen Anlagen war das die schönste, da hier nicht alles so erdrückend und vollgestopft ist. Nach den obligatorischen Schuhsäckchen staunten wir über filigrane Kunstgegenstände und geschmackvoll eingerichtete Räume. Auch die kleine Maria Magdalena-Kirche war perfekt ins Schloss integriert. Am meisten haben es mir aber die vergoldeten Obstschalen sowie die Bernstein- und Elfenbeinschnitzereien von Pauls Gattin angetan. Die Schwäbin musste sich nämlich nach dem zehnten Kind ein neues Hobby suchen, nachdem ihr der Arzt weiteren Zuwachs verboten hatte;-)
Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gartenanlage und einem Mittagsimbiss war das offizielle Programm beendet und wir sind am Hotel abgesetzt worden. Da die Woche anstrengend war, gönnten Sonja und ich uns erst einmal ein Nickerchen, bevor wir dann Pieter (so nennen die Einheimischen ihre Stadt) auf eigene Faust erkundeten.
Mit der Metro (das machen wir inzwischen mit Links) sind wir ins Stadtzentrum gefahren und nahmen einen Aperitif auf der Dachterrasse des Kempinskihotels ein, wo wir auch ein nettes deutsches Pärchen kennenlernten. Fragt jetzt bitte nicht, wie, aber irgendwie haben wir es geschafft, einen Botenfahrstuhl in die Küche zu nehmen und landeten zwischen Gefriertruhen und staunenden Köchen, die uns aber schmunzelnd den Weg zur Terrasse zeigten. Das Hotel liegt direkt gegenüber der Eremitage und wir hatten den schönsten Blick über die Stadt. Zum Abendessen habe ich nach Sonja - nachträglich zu ihrem Geburtstag - ins "Mansarda" eigeladen, eine Art Open-Air-Gewächshaus auf einer Dachterrasse im Gazprom-Gebäude gelegen. Beim Weg dahin mussten wir uns von Elisabeth helfen lassen, die ich angesprochen hatte und die zufällig in derselben Straße wohnte. Sie war sehr hilfsbereit und sprach gut Englisch.
Unser Abendessen war hervorragend (Lachstatar mit Avocado, Wolfsbarsch mit Koriander und Steak im Rote Beete Jus), die Atmosphäre südländisch, die Bedienung Nastja sehr professionell. Was uns aber generell in Restaurants auffiel, ist, dass abends die meisten Kellnerinnen kurze Kleidchen und Highheels tragen. Schlag 20 Uhr ziehen sie sich um. Sonja, die selbst in der Gastro arbeitet, zerbrach sich daher den Kopf über Arbeitskleidung und Arbeitsschutz;-) Der Abend war kurzweilig. Endlich haben wir auch außer Chinesen ein paar Russen (u.a. Olga und Juri) kennengelernt. Auf dem Heimweg haben wir noch das zauberhaft beleuchtete Petersburg genossen, das mich sehr an die Abendstimmung in Rom erinnerte. Morgen geht es schon wieder nach Hause,
Gutenacht von uns 2












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